Beim Landesligisten SC 04 Schwabach äußert man sich zufrieden über den Stand der Planungen für 2020/21. Unter anderem hat Trainer Jochen Strobel seinen Vertrag verlängert. Das heftige Werben der Konkurrenz sorgt indes für Aufregung.

Nichts geht mehr in den Sporthallen und auf den -plätzen, das Coronavirus hat ganze Arbeit geleistet. Während allerdings die Kicker eine Zwangspause einlegen müssen, werden auf anderen Ebenen die Weichen gestellt. Beispielsweise beim Landesligisten SC 04 Schwabach, wo man die vergangenen punktspielfreien Wochen dazu nutzen konnte, seine Personalentscheidungen voranzutreiben. „Klarheit“, so Abteilungsleiter Norbert Hammer, „wollten wir vor allem in der Trainerfrage, um für die nachfolgenden Verhandlungen mit den Spielern eine gute Basis zu schaffen! Das ist uns gelungen!“ Der Schwabacher Landesligist kann also wie bisher mit seinem bewährten Trainer-Team planen und arbeiten. Chefcoach Jochen Strobel geht dann bereits in seine dritte Saison an der Nördlinger Straße. Ihm zur Seite werden auch weiterhin Co-Trainer Christian Krach sowie Torwart- Trainer Jürgen Petschner stehen. Physiotherapeut Franz Reber will sich auch in der Spielzeit 2020/21 um die Gesundheit der Spieler kümmern.

Auf Grund dieser positiven Entwicklung konnten sich die Entscheidungsträger um Sportdirektor Stefan Pröpster zügig an die weiteren wichtigen Personalplanungen machen. Das war gut so, denn die Zwangspause wegen des Coronavirus förderte das Hauen um Stechen um die interessanten beziehungsweise vertragslosen Spieler. „So etwas habe ich in solch einer frühen Phase der Saison noch nicht erlebt – unsere Spieler wurden von allen Seiten angegraben!“ ließ Norbert Hammer wissen. Namen und Vereine wollte er zwar nicht nennen. Es sei aber kein Geheimnis, dass vor allem zwei Klubs aus der Nachbarschaft große sportliche Ziele verfolgen.

Schritt für Schritt

Dem Werben der Landesliga-Konkurrenz konnten die Schwabacher allerdings in einigen Fällen einen Riegel vorschieben – ein, zwei Spieler seien, so Hammer, bezüglich ihrer sportlichen Zukunft zwar noch unentschlossen, ansonsten aber „haben alle, mit denen wir verlängern wollten, für die neue Saison zugesagt!“ Dies bestätigte auch Sportdirektor Stefan Pröpster. Der wiederum zeigte sich sehr erleichtert darüber, dass „wir bereits in den Wintermonaten, in denen wir sehr aktiv waren, in einigen Fällen Vollzug melden konnten. So ersparen wir uns weitere nervige Anrufe durch die Konkurrenz.“ Laut Pröpster seien bereits acht Spieler, mit denen der Verein unbedingt verlängern hat wollen fix. „Neben Florian Nißlein, Kapitän Thomas Mohrbach und Torjäger Anton Shynder können wir für mindestens ein Jahr mit Torwart Dominik Brunnhübner planen!“ so Stefan Pröpster. Offen freilich sei noch die Situation bei Michael Weiß. „Der Michi plant, ein Haus zu bauen, da ist es nicht einfach, private Interessen und Fußball auf diesem hohen Niveau unter einen Hut zu bekommen“, ließ Pröpster wissen.

Dass die Schwabacher zwei, drei Spieler ziehen lassen werden, das habe in erster Linie damit zu tun, dass „wir unseren eingeschlagenen Weg fortsetzen und uns Schritt für Schritt verbessern wollen. Wir sind auch bereits in positiven Verhandlungen mit dem einen oder anderen potenziellen Neuzugang“. Vollzug wollte Stefan Pröpster allerdings aus taktischen Gründen noch nicht vermelden.

Bezüglich der neuen Saison herrscht beim SC 04 also schon in vielerlei Hinsicht Klarheit. Was die aktuelle Spielzeit angeht, macht sich allerdings eher Ratlosigkeit breit. Die Oberen im Bayerischen Fußball-Verband verweisen allzu gerne auf die Situation in der Bundesliga, aber einen Plan B für den Amateurfußball halten sie verschlossen. Vielleicht kann es diesen zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht geben?

Dabei sind es doch so viele Fragen, die unter den Nägeln brennen, die aber zum momentanen Zeitpunkt offen bleiben müssen, weil sich das Virus keinem Zeitplan unterordnen lässt. Eine Frage allerdings sollte geklärt werden, bevor es soweit ist: „Wie beeinflusst eine mögliche Zwangspause von über einem Jahr die Wechselmodalitäten?“ Bekanntlich könne nämlich ein Spieler laut BFV-Statuten ohne Freigabe von A nach B wechseln, sofern er ein halbes Jahr lang kein Pflichtspiel für den abgebenden Verein bestritten hat.

Auch den wirtschaftlichen Folgen der Krise müsse man sich stellen. Hammer: „Man braucht doch nur auf die vielen kleinen Sponsoren schauen, die den Amateurfußball unterstützen! Weiß man, welche Firmen diese Krise unbeschadet überstehen? Oder weiß man, welcher Fußballer danach überhaupt noch einen Job hat?“

Bericht: Roland Jainta (Schwabacher Tagblatt)
Foto: © Sportfoto Zink