Dorthin, wo es weh tut: Frauen 1 mit Arbeitssieg

Es kann nicht immer so ein Schützenfest werden wie gegen den Post-SV Nürnberg vergangene Woche: Bei ihrem zweiten Sieg in diesem Jahr mussten die Landesliga- Handballerinnen der SC 04 Schwabach dorthin, wo es weh tut. Das 28:24 gegen den Tabellenvorletzten TV Gundelfingen war schwer erkämpft.

Wie unangenehm die Schwäbinnen zu spielen sind, wussten die Schwabacherinnen vom Hinspiel, in dem sie sich zu einem 18:15 gemüht hatten. Gewarnt war man also, hatte in eigener Halle aber zunächst nicht die Lehren daraus gezogen. Trainer Marcus Grüßner, der sich in der zehnten Minute zur einer Auszeit genötigt sah, fasste zusammen: „Die haben eine unangenehme Spielweise, sie nehmen komplett das Tempo raus und legen dann plötzlich los. In der Abwehr haben wir zunächst überhaupt keinen Zugriff bekommen. Das wurde erst Mitte der ersten Hälfte besser.“ Genau genommen war es die 20. Minute, als die Schwabacherinnen endlich die Abwehr dicht bekamen und begannen, ab dem 10:10 den Rückstand in eine Führung zu drehen. Das 13:11 zur Pause ging zum größten Teil auf die Kappe der Verteidigung, der Sturm musste weiterhin einen hohen Aufwand betreiben, um zum Erfolg zu kommen. Gundelfingen verstand es, die Angreiferinnen vom Kreis fernzuhalten und hatte bei Tempogegenstößen meist eine Verteidigerin in Position, die dazwischenfunkte. Erst gegen Ende der Partie konnten die Gastgeberinnen ihre Schnellangriffe souverän durchziehen.

Den Vorsprung, der sich beruhigend auf ihr Spiel auswirkte, warfen die Schwabacherinnen unmittelbar nach der Pause heraus. Mit einer unüberwindbaren Abwehr im Rücken schraubten sie das Ergebnis auf 17:12. Das war genug Polster, um auch kritische Situationen zu überstehen. Ein unberechenbares Element waren dabei die zahlreichen Zeitstrafen auf beiden Seiten. Beim SC 04 erwischte es zum Beispiel kurz hintereinander Elena Lubach, Barbara Benz und Amelie Rapke. „So etwas kann schnell ein Spiel drehen“, atmete Grüßner nachträglich auf – mit 22:18 hatten die Schwabacherinnen in dieser Phase die Nase oben gehalten.

Dann wurde es unübersichtlich: Nach einem vom SC 04 versemmelten Weitwurf handelte sich die Gundelfingerin Lena Bergbreiter, einer der unangenehmen Aktivposten in der Abwehr, die Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung ein. In der nächsten Aktion marschierte SC-04-Torhüterin Miriam Schneider wegen eines Fouls an der Seitenlinie auf die Bank. Ersatzkeeperin Sara Czöppan hielt sich mit einer Parade und zwei Gegentoren ganz wacker. Knapp wurde es erst in der letzten Minute, als Melanie Bludau eine Zeitstrafe abbrummte und der TV per Siebenmeter auf 24:26 verkürzte. Elena Lubach ließ mit dem 27:24 aber keinen Zweifel am Sieg aufkommen und Melanie Häusler setzte sogar noch einen Treffer drauf.

Es spielten:

Schneider, Czöppan (Tor), Rapke (4), Wälzlein (1), Dornisch, Roser (1), Häusler (3), Bludau (4), Benz (1), Schlegl (4), Schmidpeter (2), Lehner, Laise, Lubach (8/2)