Starke Wende: Landesliga-Handballerinnen überzeugten im Derby

Die Landesliga-Handballerinnen des SC 04 Schwabach haben den Schalter wieder umlegen können. Nach einer frustrierenden Niederlagenserie Ende 2018 und Anfang 2019 kam die Mannschaft von Marcus Grüßner im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Post-SV Nürnberg zu einem überraschend klaren 34:23 (13:10)-Erfolg. Vor allem die zweite Hälfte war Handball zum mit der Zunge schnalzen.

„Es wurde Zeit, wieder einmal zu gewinnen“, sagte Abteilungsleiter Andreas Mari nach den 60 Minuten, die Lust auf mehr machten. Ähnlich sah es auch Coach Marcus Grüßner. Doch er brach auch eine Lanze für seine Schützlinge, die in den vergangenen Wochen die Aufstiegschancen vergeigt hatten. „Bei unseren Niederlagen war ja auch nicht alles schlecht“, sagte er. „Nur waren es über die 60 Minuten halt zu wenige gute Phasen.“ Im Derby gegen den Post-SV zeigte Schwabach kaumSchwächen, abgesehen vielleicht von den acht Minuten, als es nach einer 7:6-Führung lange Zeit kein weiteres Tor gab, weil im Angriff viermal hintereinander Spielerinnen in Eins-zu-Eins-Situationen an der glänzend reagierenden Gästetorhüterin scheiterten. Bis zur Pause (13:10) hatten die Gastgeberinnen die Weichen jedoch auf Sieg gestellt, und was sie dann in den zweiten 30 Minuten den Zuschauern boten, das war zum Teil wirklich atemberaubend.

Schnelle Gegenstöße, nicht selten eingeleitet von der stark haltenden Torhüterin Miriam Schneider, zogen den krankheits- und verletzungsbedingt geschwächten Gästen schnell den Zahn. Mit der pfeilschnellen Melanie Bludau und Antonia Wälzlein hat Schwabach hier echte Waffen im Kader.

Alle Trümpfe stachen

Aber es waren nicht nur die überfallartigen Schnellangriffe. Welchen Trumpf Marcus Grüßner auch von seiner gut besetzten Bank auf die Platte schickte – alle diese Trümpfe stachen. Stark vor allem der Auftritt der jungen Antonia Wälzlein, die zwar nicht allzu viel Spielzeit hatte, in den wenigen Minuten jedoch sechsmal traf, mal von der Siebenmeter-Linie, mal im Tempogegenstoß, zweimal auch aus der Distanz. Noch treffsicherer war nur noch Melanie Häusler, die nicht nur im Mittelblock überzeugte, sondern auch im Angriff mit gleich zehn Treffern.

Marcus Grüßner ist optimistisch, dass man nicht nur in dieser Saison, sondern auch in den nächsten Jahren noch einiges von seinem Team erwarten kann. „Im letzten Jahr bildeten ja nur acht oder neun Spielerinnen den Kern des Teams. Jetzt haben wir 15 Spielerinnen, die ich jederzeit bringen kann. Das braucht einfach seine Zeit, bis sich das einigermaßen einspielt“, so der Trainer. Will heißen: Die Niederlagenserie hat den Trainer nicht nervös gemacht.

Es spielten:

Schneider(Tor), Czöppan (1), Rapke (3/2), Wälzlein (6/1), Dornisch, Roser (2), Häusler (10/1), Bludau (7), Benz (2/1), Schlegl, Schmidpeter (2), Lehner (1), Lubach