Wer kennt sie nicht, die „All Blacks“? Richtig: Mit dem Rugby-Team aus Neuseeland können viele etwas anfangen — auch diejenigen, die sich mit dieser Sportart normalerweise nicht so gut auskennen. Der Ritualtanz, den die „All Blacks“ seit 1986 vor jedem internationalen Vergleich aufführen, um ihre Gegner schon vor dem Beginn einzuschüchtern, ist durchaus ein Begriff.

Die internationale Konkurrenz scheint sich vom „Haka“ aber nicht immer beeindrucken zu lassen. Die „All Blacks“ gewannen bei Rugby-Weltmeisterschaften, die seit 1987 alle vier Jahre ausgetragen werden drei Mal. Die WM-Titel 1987, 2011 und 2015 gingen auf das Konto der Neuseeländer, amtierender Titelträger ist jedoch Südafrika, das 2019 in Japan ebenfalls seinen dritten Titel einfahren — mit einem 32:12-Sieg im Finale gegen England.

England gilt nicht nur als das „Mutterland des Fußballs“, weil dort 1863 die Football Association (FA) gegründet wurde und das umfangreiche Regelwerk dieses Sports förderte. England wurde 2003 durch den Gewinn der Rugby-Weltmeisterschaft seinem Ruf als Ursprungsland dieses Sports gerecht. Der Legende nach nahm im Jahr 1823 der Schüler William Webb Ellis in der Stadt Rugby den Ball beim Fußballspielen in die Hand und „erfand“ quasi so diesen Sport – an der Rugby School.

In Großbritannien und vielen britischen Kolonien ist Rugby außerordentlich beliebt, aber lange Zeit Amateursport. Erst 1995 hob das International Rugby Board sämtliche Einschränkungen bezüglich der Bezahlung von Spielern auf und läutete damit die professionelle Ära ein. In Deutschland wird zwar inzwischen auch fleißig Rugby gespielt, doch der Stellenwert ist hierzulande eher überschaubar.

Ein zaghafter Versuch eines fränkischen Traditionsvereins, diesen Sport hier zu etablieren, scheiterte eher kläglich. 18 Gymnasiasten gründeten im Mai 1900 den 1. FC Nürnberg als Rugby-Verein. Da jedoch 30 Spieler notwendig sind für einen sportlichen Vergleich (15 pro Team), beschloss man im Juni 1901, Fußball künftig nach den Regeln der englischen Football Association (FA) zu spielen.

Fußball und Rugby sind beides Mannschafts- und Kontaktsportarten, während jedoch beim Fußball Handspiel nur beim Einwurf erlaubt, ansonsten aber zu ahnden ist, wird beim Rugby der Ball mit den Händen gepasst oder übergeben, allerdings nur nach hinten. Das Treten des Balles mit den Füßen ist in alle Richtungen erlaubt. Auch die Form des Balles ist höchst unterschiedlich — beim Fußball ist er rund, beim Rugby oval wie ein Ei.

Ab 29. Juni in Schwabach

Beim SC 04 soll ab 29. Juni mit dem ersten Training ab 17 Uhr auf dem Gelände neben der Skatebahn versucht werden, die Sportart Rugby zu etablieren. Mit Trainer Paul Balko haben die Schwabacher einen ganz erfahrenen Übungsleiter gewinnen können. In seiner rumänischen Heimat war der 54-Jährige selbst sehr erfolgreich. Über die Jugend wechselte er zu den Herren von Baia Mare in die oberste Liga (vergleichbar mit der 1. Bundesliga).

Nachdem Balko mit seiner Familien nach Deutschland übergesiedelt war, schloss er sich dem TSV Handschuhsheim (bei Heidelberg) an, der sportlich ebenfalls in der 1. Bundesliga zu Hause war. Über den MRFC München (2. Bundesliga) ging es nach Nürnberg, wo er beim TSV 1846 die Rugby-Abteilung gemeinsam mit Alexander Michl gründete. Über zwei Jahre lang betreute und trainierte Paul Balko den TSV 1846, der aktuell in der 2. Bundesliga zu Hause ist.

Was Paul Balko am Rugby schätzt? „Das ist ein Sport für harte Jungs und taffe Mädels“, sagt her. Beim Rugby ginge es zwar in den Zweikämpfen durchaus zur Sache, aber ein klares Regelwerk sorge dafür, dass das Verletzungsrisiko im Vergleich zu Fußball eher gering ist. Beim Fußball passieren Fouls aus jeder Situation heraus, für den Gefoulten oft sehr überraschend, während beim Rugby nur derjenige Spieler „getackelt“ werden dürfe, der am Ball ist. Außerdem schätzt Paul Balko an diesem Sport, dass sich Spieler mit grundverschiedenen Talenten und Stärken in die Mannschaft zielführend einbringen können. Gute Kicker sind ebenso gefragt, wie schnelle und wendige Spieler oder kräftige Akteure mit gutem Auge.

Beim SC 04 Schwabach sollen Kinder und Jugendliche in erster Linie behutsam an diese Sportart herangeführt werden. In der Breitensportvariante, auch „Touch Rugby“ genannt, findet beispielsweise kein harter Körperkontakt statt, so dass das Verletzungsrisiko äußerst gering ist. Geschwindigkeit, Taktik sowie Einfachheit zeichnen den Rugby-Sport aus, der folglich sehr leicht erlernt werden kann. Neben rein männlichen und weiblichen Mannschaften gibt es offizielle Wettkämpfe auch mit gemischten Teams. Der nächste Schritt dürfte beim SC 04 Schwabach also sein, sich irgendwann zu entscheiden, an Mannschaftswettbewerben teilzunehmen. Je nach Anzahl der zur Verfügung stehenden Spieler kann man wählen zwischen der 15er- oder 7er-Variante des Rugbys. Letztere wird übrigens bei den Olympischen Spielen bevorzugt.

Startschuss am 29. Juni

Am Montag, 29. Juni, fällt auf dem Sportgelände des SC 04 an der Nördlinger Straße (in der Nähe des Skatestadions) der Startschuss für Rugby in Schwabach. Ab 17 Uhr sind alle Kinder und Jugendlichen, die sich für diese Sportart interessieren, herzlich willkommen zum ersten Training und Kennenlernen. Natürlich können auch Mädchen mitmachen. Trainer Paul Balko, einst selbst erfolgreicher Rugby-Spieler, verfügt über reichlich Erfahrung auch im Umgang mit Jugendlichen. Wer sich vorab über den Trainingsstart beim SC 04 infomieren möchte, der findet im Infoblock Telefonnummern und E-Mail-Adresse.

Weitere Informationen und Ansprechpartner:

Nadine Rubino
Telefon: 0178 4788896

Paul Balko
Telefon: 0170 9141052

E-Mail: rugby@sc04-schwabach.de