Die schnelle Fortsetzung der Handball-Saison ist für unseren Landesliga-Trainer Georg „Gruia“ Lutsch keine Option.

Der Bayerische Handball-Verband trägt den derzeit wegen Covid-19 stark steigenden Infektionszahlen Rechnung und setzt den Spielbetrieb vorerst für die nächsten drei Spieltage aus. Dabei handelt sich um die Spieltage 24./25. Oktober, 31. Oktober/ 1. November und 7./8. November. Am 4. November, heißt es im Rundschreiben, sollen die Vereine dann darüber informiert werden, wie es denn mit der aktuellen Saison weitergehen solle. Ziel des Verbandes ist es, am 14./15. November den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, was für Georg Lutsch, den Trainer der Schwabacher Handballer, überhaupt keine Option ist.

„Das ist doch völliger Blödsinn“, kommentiert Lutsch, was da gerade auf Verbandsebene abgeht. „Meine Spieler, die zum Teil in Nürnberg oder Schwabach ihrer Arbeit nachgehen müssen, sind verunsichert, riskieren eine Quarantäne und müssen zum Teil um den Verlust ihrer Jobs fürchten!“ Unter diesen Umständen Handball zu spielen, mache doch überhaupt keinen Sinn. „Unsere Verbandsfunktionäre hätten besser mal über den Tellerrand geschaut — in anderen Sportarten hatten sie durchaus gute Vorschläge, wie man mit einer Saison umgehen kann, die genau genommen keine mehr ist.“ Laut Lutsch gebe es durchaus gute Beispiele, wie Tennis oder Volleyball.

Im Gegensatz dazu bauen die Handball-Funktionäre eine Drohgebärde auf und stellen den Vereinen bei Absagen im Wiederholungsfall in Aussicht, auf den letzten Platz der Tabelle gesetzt zu werden. Das sei letztlich auch der Grund gewesen, weshalb der TSV Roßtal seine Mannschaften vom Spielbetrieb abzumelden! In der Kürze der Zeit habe der Verein keine Möglichkeit gesehen, die vom BHV aufgestellten Hygienemaßnahmen umzusetzen.

„Darum geht es aber auch“, sagt Georg Lutsch. „Der Verband fordert, und wir sollen springen! Und wenn wir uns nicht an Vorgaben halten, dann müssen wir damit rechnen, abzusteigen. Ich sehe mich als Trainer vor allem auch in der Verantwortung, die Gesundheit meiner Spieler nicht zu gefährden!“

Fehlende Solidarität angemahnt

Allerdings vermisst der Schwabacher Coach in dieser Sache aber auch fehlende Solidarität unter den Vereinen. Lutsch: „Ich habe vor der Saison versucht, mit den übrigen Clubs in der Landesliga über dieses Thema zu diskutieren, um zu Lösungen zu kommen. Die Bereitschaft, etwas verändern zu wollen, war aber eher gering! Offensichtlich fürchtete man sich zu sehr von möglichen Konsequenzen von Seiten des Verbands!“ In Schwabach ist man sich zumindest darin einig, dass es die falsche Herangehensweise sei, gesundheitsbewusstes Handeln unter Strafe zu stellen. Auch die Damen des SC 04 müssten derzeit personell improvisieren — der Respekt vor Corona ist einfach viel zu groß.