„Verlieren tun immer die Trainer, gewinnen die Spieler.“ Zum Auftakt der Handball-Saison brachte Wolfgang Scharnowell, der Neue an der Seitenlinie der Landesliga- Frauen der SG SC 04 Schwabach/ Roth, seine Vorstellung von Rollenverteilung auf den Punkt. Das darin versteckte Angebot, als Sündenbock herzuhalten, hatte sich nach einer Viertelstunde erledigt. Sein Team beherrschte im Eröffnungsspiel die SG Regensburg nach Belieben und fuhr einen 28:12-Sieg ein.

Die obligatorische Frage zum Rundenstart „Wo stehen wir?“ beantworteten die Schwabacherinnen mit einem selbstbewussten Auftritt: Sofort von Null auf Hundert, damit waren die Regensburgerinnen sichtlich überfordert. Die Abwehr inklusive Torfrau Miriam Schneider stand gegen relativ einfallslose Angriffe sicher und fischte immer wieder die Bälle heraus zum schnellen Tempogegenstoß. Gegenhalten konnte da nur die Gästetorhüterin Alexandra Singer. Trotzdem stand es nach nicht einmal einer Viertelstunde 8:2, als die Oberpfälzerinnen mit einem Timeout die Reißleine zu ziehen versuchten.

Zwar gelang ihnen tatsächlich gleich der dritte Treffer, doch an der Kräfteverteilung änderte sich nichts. Als es 16:4 stand, waren gerade 26 Minuten vorbei. Die Gäste waren zu diesem Zeitpunkt bemüht, das Tempo herauszunehmen und hatten damit insofern Erfolg, als sie bis zur Halbzeit um ein Tor auf 6:17 verkürzten.

Scharnowell definierte die ersten zehn Minuten nach der Pause als kritische Phase und mahnte zu erhöhter Wachsamkeit in der Abwehr. Tatsächlich gelang den Regensburgerinnen sogar 15 Minuten lang kein Tor, was allerdings auch daran lag, dass sie drei Mal Pfosten und Latte anvisierten. Die SG-Frauen wiederum trafen nun auf eine besser eingestellte Abwehr und wechselten zudem munter durch. Als Christine Lehner in der 57. Minute das 26:10 reingezimmert hatte, war sich Wolfgang Scharnowell fast schon sicher: „Ich glaube, jetzt brauchen wir nicht mehr zittern.“ Trotzdem behielt er beim Dirigieren der Abwehr sein Dezibel- Level bei. „Ich finde, dass man es schaffen muss, in jedem Match 60 Minuten zu spielen,“ erklärte er einen weiteren Aspekt seine Philosophie. Außerdem begreift er sein Temperament als Gesundheitsvorsorge. „Der Branko Zebec hat sich auf seinem Trainerstuhl nie gerührt und ist trotzdem an einem Herzinfarkt gestorben“, nennt er die Fußball-Trainer-Legend
e augenzwinkernd als mahnendes Beispiel, „naja, vielleicht lag es ja auch an den Zigaretten, ich jedenfalls lasse die Anspannung lieber raus.“ Da der neue Trainer selbst nicht so gern im Mittelpunkt steht, spricht er lieber über die Mannschaft: „Das war eine tolle Leistung, von jeder Einzelnen.“ Steigerungsmöglichkeit inbegriffen: „Heute haben drei Spielerinnen gefehlt, mit ihnen hätten wir noch mehr Wechselmöglichkeiten gehabt.“

Es spielten:

Klier, Schneider (Tor), Schadt, Rapke (7/1), Götz (2), Christine Lehner (2), Benz (10/5), Schlegl (2),Schmidpeter (4(, Andrea Lehner, Schramm.