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Was ist Taekwondo
Informationen zu Taekwondo
Die meisten denken das Taekwondo ein Kampfsport ist! Das ist es natürlich auch, aber
das ist nicht alles!
Taekwondo dient auch zur Förderung des Selbstbewustseins durch Selbstverteitgungstechniken.
Dazu kommt natürlich die Disziplin die vorhanden sein muss um den Sport ausüben zu können.
Das kommt z.B. Ads & Adhs Kindern zu gute durch das Auspowern vom Training und die Disziplin hilft es den Kindern.
Einige Fragen vorweg:
Wer kann Takwondo machen?
Jeder ab 5 Jahre wenn das Kind schon dafür geeignet ist.
Das Höchstalter ist nicht Wichtig.
Der Körperbau ist egal es geht auch mit Bauch und das ganz gut.
Verletzungsgefahr in Taekwondo
Taekwondo ist eine Sportart mit vergleichsweise wenigen Verletzungen im gegensatz zu Fussball oder Handball.
Das sagt uns, warum sollte man nicht Taekwondo ausüben?
Nun zur Geschichte des Taekwondo von Wikipedia übernommen
Taekwondo
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schriftzug „Taekwondo“ in Hangeul
Taekwondo (auch Tae-Kwon-Do oder Taekwon-Do) ist ein koreanischer
Kampfsport und steht für Fuß (Tae), Faust (Kwon) und Geistweg (Do).
Obwohl Taekwondo für den laienhaften Betrachter große Ähnlichkeiten mit
anderen asiatischen Kampfsportarten aufweist, unterscheidet es sich in
einigen wesentlichen Punkten von diesen. So ist die Taekwondo-Technik
sehr auf Schnelligkeit und Dynamik ausgelegt, was nicht zuletzt durch
den Wettkampf bedingt ist. Im Taekwondo dominieren Fußtechniken
deutlicher als in vergleichbaren Kampfsportarten.
Inhaltsverzeichnis
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• 1 Begriff
• 2 Geschichte
o 2.1 Traditionelle koreanische Kampfkünste
o 2.2 Entstehung und Entwicklung des Taekwondo im 20. Jahrhundert
2.2.1 Die Fünf Ursprungsstile
2.2.2 Der Dangsudo-Stil
2.2.3 Nach dem Koreakrieg
2.2.4 Die 1950er Jahre
2.2.5 Die 1960er Jahre
2.2.6 Korean Taekwondo Association
2.2.7 Gründung der ITF
2.2.8 Die 1970er Jahre
2.2.9 Trennung der Verbände in WTF und ITF
2.2.10 Auf dem Weg zur Olympischen Disziplin
2.2.11 Ende der Ära von Choi und Kim
• 3 Verbände und Organisationen
o 3.1 Allgemein
o 3.2 Die zwei größten Verbände: ITF und WTF
o 3.3 Stilunterschiede
3.3.1 Schreibweisen
3.3.2 Formenlauf
3.3.3 Wettkampf
3.3.4 Übersicht
• 4 Taekwondo in Deutschland
o 4.1 Kurze Historie
o 4.2 Die Deutsche Taekwondo Union e.V.
o 4.3 Weitere Taekwondo-Verbände
o 4.4 Olympischer Taekwondo-Wettkampf
• 5 Bekleidung
o 5.1 Jacke und Hose
o 5.2 Gürtel und Graduierungssystem
• 6 Verhaltenskodex und Regeln
o 6.1 Regeln
o 6.2 Zeremoniell und Respekt
o 6.3 Fremdartiges Zeremoniell oder sportliche Etikette?
6.3.1 Kulturelle Einblicke eines Großmeisters
6.3.2 Zeremoniell im Westen
•
7 Gesundheitliche Risiken und Einschränkungen im realen Selbstverteidigungsfall
•
8 Siehe auch
•
9 Literatur
• 10 Weblinks
Begriff [Bearbeiten]
Der Begriff Taekwondo tauchte erstmals 1955 auf und wurde von General
Choi Hong-hi (ITF) entwickelt. Weltweit gibt es drei Taekwondo-Stile
(ITF traditionell, ITF reformiert und WTF), die sich hauptsächlich in
der Formausübung und im sportlichen Kampf unterscheiden. Taekwondo
entwickelte sich während der Zeit, als Korea in das Japanische
Kaiserreich eingegliedert war und wurde durch das japanische Karate mit
beeinflusst. Natürlich gab es lange vor der Einführung des Karate
waffenlose Kampfkünste in mehr oder weniger systematischer Form in
Korea. Ihr ursächlicher Einfluss auf die spätere Kampfart Taekwondo
darf aber mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Erst später, als sich
verschiedene Taekwondo-Unterstile herauszukristallisieren begannen,
wurden einige Elemente im Nachhinein hinzu ergänzt, wie etwa das im
Taekgyeon entsprechend vorhandene Verbot des olympischen
Wettkampfsystems, mit der Faust den Kopf zu treffen. Das Wort Taekwondo
setzt sich aus den folgenden drei sinokoreanischen Silben zusammen:
Tae = „Fuß“ (steht für alle Fußtechniken),
Kwon = „Faust“ (steht für alle Hand- und Armtechniken) und
Do = „Weg“ (wie im Deutschen auch als Methode oder Zielstreben zu
verstehen, mit dem chinesischem Begriff TAO in engem Zusammenhang).
Taekwondo als moderner Sport unterteilt sich heute in die einzelnen Disziplinen:
1. Formenlauf (Teul, Hyeong, Poomsae (Taegeuk/Palgue)): festgelegte
Techniken werden in vorgegebener Reihenfolge durchgeführt.
2. Selbstverteidigung (Hosinsul): Selbstverteidigung gegen einen/mehrere unbewaffnete oder bewaffnete Gegner.
3. Einschrittkampf (Hanbon Kirugi, Ilbo-Matsogi, Ilbo-Taeryeon): Ein
Schaukampf mit festgelegter Technikenreihenfolge gegen einen Gegner.
Neben dem Einschrittkampf gibt es auch noch den Zwei- und
Dreischrittkampf (Ibo- bzw. Sambo-Matsogi, Ibo- bzw. Sambo-Taeryeon),
die eher untergeordnete Bedeutung haben.
4. Bruchtest (Gyeokpa): Zerstören von Holzbrettern, Ziegeln oder sonstigen Materialien mittels Taekwondo-Techniken.
5. Freikampf (Daeryeon, Matsogi oder Gyeorugi): abgesprochener oder freier Kampf in verschiedenen Kombinationen.
6. Wettkampf (Chayu Matsogi): Leicht-, Semi- oder Vollkontaktkampf gegen einen Gegner.
7. Grundschule (Gibon Yeonseup), Gymnastik (Dosoo Dallyon) und
Theorie (Ilon) sollten aber auch ständige Trainingsbestandteile sein.
Durch kontinuierliches Training und bewusste Ausübung dieser
Disziplinen sollen die Taekwondoins, so werden alle
Taekwondo-Betreibenden genannt, ihren Geist schulen. General Choi
Hong-hi, der Begründer des ursprünglichen Taekwondos, hat dies in fünf
zu erreichenden Zielen zusammengefasst, die als „Grundsätze des
Taekwondo“ gelten:
1. Ye-Ui, die Höflichkeit
2. Yom-Chi, die Integrität
3. In-Nae, das Durchhaltevermögen
4. Guk-Gi, die Selbstdisziplin
5. Beakjul-bool-gul, die Unbezwingbarkeit
Um diese Ziele zu erreichen, stellte Choi Hong-hi einen Eid auf, dem sich alle Taekwondo-Schüler verpflichtet fühlen sollen:
• Ich verpflichte mich, die Grundsätze des Taekwondo einzuhalten
• Ich verpflichte mich, meinen Trainer und alle Höhergestellten zu achten
• Ich verpflichte mich, Taekwondo nie zu missbrauchen
• Ich verpflichte mich, mich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen
• Ich verpflichte mich, bei der Schaffung einer friedlicheren Welt mitzuarbeiten
Um mit einer Taekwondo-Technik die nötige Kraft und die damit
verbundene durchschlagende Wirkung zu erzielen, bedient sich der
Taekwondoin bestimmter physikalischer Gesetzmäßigkeiten. Das Wissen um
diese physikalischen Gesetze nannte Choi Hong-hi „Theorie der Kraft“.
Sie besteht aus:
• Konzentration: Die gesamte Kraft genau im Moment des Schlages auf
eine möglichst kleine Fläche wirken zu lassen. Große Fläche = kleine
Kraftwirkung, kleine Fläche = große Kraftwirkung.
• Reaktionskraft: Gegnerische Kraft plus eigene Kraft = Kraft, die auf den Gegner einwirkt.
• Gleichgewicht: Angriff wird wirksamer und Abwehr wird stabiler, wenn der Körper sich im Gleichgewicht befindet.
• Atmungskontrolle: Eigene Schlagwirkung und Schutz des eigenen
Körpers erhöhen sich durch Anspannen der Bauchmuskeln (Ausatmen und
Pressen) im Moment des Schlages.
• Schnelligkeit: Je größer die Geschwindigkeit, desto größer ist die wirksame Kraft.
• Masse: Je größer die am Schlag beteiligte Masse (Hüfte und
gesamter Körper, nicht nur das schlagende/tretende Körperteil), desto
größer die wirksame Kraft.
Geschichte [Bearbeiten]
Wie in vielen Ländern, aus denen Kampfsportarten hervorgegangen sind,
gibt es auch in Korea eine Jahrhunderte alte Tradition an Kampfkünsten.
Es ist jedoch kein direkter ursächlicher Einfluss von ihnen auf die
Entstehung und anfängliche Entwicklung dessen, was später Taekwondo
werden sollte, festzustellen.
Die gelegentlich anzutreffende Behauptung, einer der propagierten
Vorläufer des Taekwondo stamme bereits vom legendären Staatengründer
Dangun ab, Taekwondo sei somit letztlich über 4000 Jahre alt und somit
die älteste Kampfkunst Ostasiens, entbehrt jeder historischen
Grundlage. Unzweifelhaft kann Korea jedoch auf eine etwa anderthalb
Jahrtausende alte eigenständige Kampfkunst-Tradition zurückblicken.
Traditionelle koreanische Kampfkünste [Bearbeiten]
Zur Zeit der Morgendämmerung der Kampfkünste in Ostasien bestand Korea
aus drei Königreichen: Goguryeo im Norden, dem westlichen Königreich
Baekje sowie dem kleinsten Reich im Südosten, Silla. Ein großer Teil
Goguryeos, des größten der drei Reiche, lag damals im Gebiet der
heutigen chinesischen Mandschurei. Diese Gebiete gingen verloren,
nachdem das kleine Silla mit Unterstützung von Tang-China die beiden
anderen Reiche unterworfen hatte. Damals gab es in Silla den Orden der
Hwarang, etwa „Blumenknaben“, die eine besondere kulturelle,
gesellschaftliche und religiöse Ausbildung erfuhren und zumindest
zeitweise auch in kriegerischen Künsten ausgebildet wurden. Vermutlich
befand sich darunter auch Subak. Was Subak zu dieser Zeit darstellte,
ist allerdings unbekannt. Aus diesem (chinesisch geschriebenen) Subak
entwickelte sich vermutlich irgendwann das (in Hangeul geschriebene)
Tak-gyeon, das bis zur Zeit der japanischen Annexion Koreas vor allem
im einfachen Volk, also auch bei Gaunern und Räubern, beliebt war.
Taekgyeon gilt allgemein als genuin koreanische Kampfkunst, deren
typische Bewegungsmuster in keiner anderen ostasiatischen Kampfart
anzutreffen sind. Aufgrund des während der 35-jährigen Besatzungszeit
bestehenden Verbots für Koreaner, Kampfkünste auszuüben, starb diese
traditionelle koreanische Kampfkunst beinahe aus. Verschiedentlich wird
von den Gründervätern des späteren Taekwondo wie Choi Hong-hi und Hwang
Ki behauptet, sie hätten in ihrer Jugend Taekgyeon gelernt, aber weder
gibt es darüber Aufzeichnungen, noch kann man die typischen
Taekgyeon-Elemente wie etwa die tänzerische Wipp-Bewegung oder den
Atmungsrhythmus in ihrem ursprünglichen Stil entdecken.
Eine weitere traditionelle koreanische Kampfkunst ist Ssireum, ein
Ringkampfstil, den es etwa seit der Joseon-Dynastie gibt. Es ist noch
heute ein beliebter Zuschauersport. Im Unterschied zum japanischen Sumo
ist es dabei nicht das Ziel, den Gegner aus dem Ring oder auf den Boden
zu stoßen, sondern, ähnlich wie beim schweizerischen Schwingen, den
Gegner durch Ziehen und Ausheben aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein
ursächlicher Einfluss dieses traditionellen koreanischen Kampfsports
aufs spätere Taekwondo kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
Ausgrabungen japanischer Archäologen im Jahre 1935 im Gebiet des
heutigen Nordkorea legten Wandmalereien in Goguryeo-Gräbern frei, auf
denen je nach Interpretation Tänzer oder Duellisten in Nahkampfposen
abgebildet sind. Um welchen Kampfstil es sich dabei handeln könnte, ist
heute nicht mehr zu klären, denn außer diesem Bild sind keine
schriftlichen Aufzeichnungen darüber gefunden worden. Die häufig auf
offiziellen Taekwondo-Seiten zu findende Behauptung, dies sei ein
Vorläufer des Taekwondo gewesen, ist reine Spekulation und entstammt
dem Reich der Fantasie, nicht der Fakten.
Daneben werden oftmals die Keumgang-Wächterstatuen in Sukkuram als
Beleg einer Jahrhunderte alten Taekwondo-Tradition herangezogen. Dies
sind zwei Wächter, die in auffälligen Kampfstellungen den
Eingangsbereich eines buddhistischen Tempels bewachen. Doch dieser
Beleg entpuppt sich als Fehlgriff, denn derartige Figuren finden sich
überall in China und Indien (wobei die älteren Figuren Waffen in den
Händen halten), und demnach müsste Taekwondo letztendlich aus Indien
stammen.
Eine letzte Kampfart, die in Korea vor der japanischen Besatzungszeit
vermutlich anzutreffen war, ist Kwon-beop. Doch dies ist definitiv
keine traditionelle koreanische Kampfkunst, sondern nur die koreanische
Schreibweise des chinesischen Quanfa oder japanischen Kempo, bedeutet
also etwa „Fausttechnik“. Tatsächlich hatte diese Kampfart seinen
Ursprung in China und kam über die Mandschurei nach Korea. Sie wurde
von Soldaten etwa seit dem Ende der japanischen Invasion 1598 als
letztes (waffenloses) Mittel auf dem Schlachtfeld trainiert, als ein
vergleichsweise kleiner Bereich unter dem großen Angebot an bewaffneten
Kampftechniken. Die Kwon-beop-Bewegungen sind in dem militärischen
Lehrwerk Muye Dobo Tongji, dem „illustrierten Handbuch der Kampfkünste“
von 1790, dargestellt. Dort wird eine Übersichtstafel mit vielen weit
ausholenden Armschwüngen durch einzelne, tiefe Fußtritte aufgelockert.
Ein ursächlicher Einfluss auf das spätere Taekwondo kann allein schon
aus dem Grund der Unterschiedlichkeit der Techniken ausgeschlossen
werden.
Die Ausübung von Kampfkünsten erfuhr in der Geschichte Koreas zwei
große Dämpfer. Der erste war der Übergang vom Buddhismus zum
Konfuzianismus als Gesellschaftsordnung zu Beginn der Joseon-Dynastie.
Alles, was mit dem Militärwesen oder dem Kriegswesen zu tun hatte,
wurde zugunsten anderer kultureller Errungenschaften gesellschaftlich
abgewertet. Ssireum, Subak, später Taekgyeon und im Militär Kwon-beop
wurden zwar weiterhin ausgeübt und erfuhren in manchen Kreisen
regelrechte Beliebtheit. Taekgyeon-Spiele etwa wurde gerne auf manchen
Festen ausgeübt, besonders von Kindern. Der zweite, weitaus größere
Einschnitt folgte auf die Besetzung Koreas durch Japan. Die Ausübung
von Kampfkünsten war Koreanern generell verboten, nur in seltenen
Einzelfällen scheint dies geschehen zu sein. Die Taekwondo-Begründer
haben allesamt japanische Kampfkünste im Ausland gelernt.
Entstehung und Entwicklung des Taekwondo im 20. Jahrhundert [Bearbeiten]
Nach 1910 wurde Groß-Korea von Japan annektiert. Alles, was Kultur und
Geschichte Koreas ausgemacht hatte, wurde systematisch unterdrückt und
verboten. Das galt auch für traditionelle koreanische Kampfarten wie
Taekgyeon und Ssireum. Die japanischen Kolonialherren brachten zwar
Kampfarten wie Jiu jitsu, Kendo, Judo, Karate oder Sumo von Zuhause
mit, aber Koreanern war es offiziell verboten, sie zu erlernen.
Ausnahmen gab es beispielsweise für Koreaner, die in Japan studiert
oder in der japanischen Armee gedient hatten.
Die Fünf Ursprungsstile [Bearbeiten]
1943 wurde es koreastämmigen Personen verboten, Kampfkünste auszuüben.
Nach der Unabhängigkeit Koreas im Jahr 1945 kehrten Koreaner zurück,
die in Japan und der Mandschurei japanisches Karate gelernt hatten. Sie
eröffneten die fünf ursprünglichen Kampfkunst-Schulen, aus denen später
das Taekwondo entstehen sollte:
• Lee Won-Kuk hatte Shotokan-Karate bei Gichin Funakoshi gelernt und
begann bereits 1944, Dangsudo in seiner Schule, dem Cheongdo-Kwan
(„Halle des wahren Weges“) in Seoul, zu unterrichten. Lee flüchtete
1953 aus politischen Gründen nach Japan und emigrierte 1976 in die USA.
• Hwang Ki lernte ab 1936 in der ebenfalls japanisch besetzten
Mandschurei vermutlich Karate, auch wenn er den Stil später als einen
chinesischen ausgab. 1945 gründete er in Seoul den Moo Duk Kwan (etwa
„Halle der Kampftugenden“). Seinen Stil nannte er zunächst ebenfalls
Dangsudo, später dann, in Korea, Subakdo. Auf internationaler Ebene
behielt er den Namen Dangsudo (geschrieben „Tang Soo Do“, abgekürzt
TSD) bei, unter dem sein Stil vor allem in den USA heute noch betrieben
wird.
• Chun Sang-Sup hatte Judo und Karate während seines Studiums in
Japan gelernt und schloss sich 1946 dem Yeonmu-Kwan an, der größten
Seouler Judo-Schule, wo er neben Judo auch Gongsudo unterrichtete. Chun
gilt als im Korea-Krieg verschollen. Seine Schüler änderten den
Schulnamen daraufhin in Jido-Kwan („Weg der Weisheit“).
• Yoon Byung-In kehrte als ranghöchster koreanischer Karateka aus
Japan zurück, wo er bei Kanken Toyama (Shudokan-Stilgründer) den 5. Dan
im Shudokan-Karate erreicht hatte. Er soll in der Mandschurei auch Kwon
Bop (chinesisches Quanfa/Kung fu) gelernt haben.
Ebenfalls 1946 gründete er den Changmu-Kwan im Seouler YMCA und nannte
seinen Stil (vermutlich aus politischen, das heißt anti-japanischen
Gründen) Kwon-Bop („Faustmethode“). Yoon wurde vermutlich während des
Korea-Krieges nach Nordkorea verschleppt.
• Ro Byung-Jik hatte zusammen mit Lee Won-Kuk Shotokan-Karate bei
Gichin Funakoshi gelernt und trug bei seiner Rückkehr den 1. Dan. Seine
erste Schule gründete er bereits vor der Unabhängigkeit in Kaesŏng im
heutigen Nordkorea, zog aber mangels Erfolg 1946 nach Seoul und
eröffnete dort den Seongmu-Kwan (abgeleitet von „Seong Do Kwan“, der
koreanischen Aussprache des japanischen Shotokan).
Der Dangsudo-Stil [Bearbeiten]
Alle nannten ihren Stil zunächst Dangsudo (Tangsoodo)= „Weg der
(Dang-)China-Hand“ oder Gongsudo(Kongsoodo) = „Weg der leeren Hand“. In
beiden Fällen handelt es sich um die koreanische Aussprache dessen, was
auf japanisch Karate gelesen wird. Das Wort „Karate“ erfuhr in den
1930ern eine Deutungs- und Bedeutungsänderung von „(Dang-)China-Hand“
in „leere Hand“. In diesen fünf ersten Seouler Taekwondo-Schulen wurde
ursprünglich also die eine oder andere Art Karate trainiert, und
Ausländern gegenüber wurde es bis in die 1960er Jahre hinein als
„Koreanisches Karate“ vorgestellt. Allerdings bestanden zwischen den
Schulen unterschiedliche Standards für Dan-Prüfungen. So kam es bereits
vor dem Korea-Krieg zu ersten Gesprächen über einen eventuellen
Dachverband, doch erst während des Kriegs einigten sich die
Kwan-Vertreter in Busan auf die Koreanische Gongsudo-Vereinigung.
Diese erste Vereinigung zerfiel bereits nach wenigen Monaten, weil
Hwang Ki gleich darauf in Seoul im Alleingang die Koreanische
Dangsudo-Vereinigung gründete, woraufhin auch Son Duk-sung aus der
Gongsudo-Vereinigung austrat. Son Duk-sung hatte inzwischen die Leitung
des Cheongdo-Kwan übernommen, damals die größte zivile
Kampfkunst-Schule.
Nach dem Koreakrieg [Bearbeiten]
Kurz nach dem Krieg gelang es Generalmajor Choi Hong-hi, durch seine
Schüler Einfluss auf die Leitung des Cheongdo-Kwan zu nehmen; er selber
wurde Kwan-Chef ehrenhalber. Choi hatte Anfang der 1940er Jahre in
Japan je nach Quelle den 1. oder 2. Dan im Karate erlangt, bevor er
erst der japanischen, nach Koreas Unabhängigkeit der koreanischen Armee
beitrat. Bei jeder Gelegenheit trainierte er seine Untergebenen und
Kollegen im Karate und traf dabei auf den hochtalentierten Nam Tae-hi,
der Dangsudo im Cheongdo-Kwan gelernt hatte und gleich Chois rechte
Hand wurde. Nam Tae-hi beeindruckte Koreas Präsident Syngman Rhee
während einer Demonstration im Jahre 1952 mit einem
Dachziegel-Bruchtest so sehr, dass dieser Gongsudo-Training für alle
Soldaten anordnete. Dazu gründeten Choi und Nam 1953 den
militärinternen Odo-Kwan („Mein Weg“), der im Laufe der Zeit zur
einflussreichsten Kampfkunst-Schule wurde, denn früher oder später
musste jeder junge Koreaner das Militär passieren. Somit verschärfte
sich die Situation für die anderen Kwan, denn im Militär wurden
zunächst nur die Dan-Graduierungen des Choi-hörigen Cheongdo-Kwan
anerkannt.
Die 1950er Jahre [Bearbeiten]
In den späteren 1950er Jahren spitzte sich die Lage auf einen
Machtkampf zwischen Hwang Ki und Choi Hong-hi zu. Hwang organisierte
mehrere Dangsudo-Vorführungen und bemühte sich, seinen Stil über seine
Schüler im Militär bekannt zu machen. 1955 organisierte Choi mit
Unterstützung der Regierung eine Kommission, die erneut über eine
Vereinigung der verschiedenen Gongsudo-Stile verhandelte. Diese
Kommission umfasste allerdings nicht alle betroffenen Kwan, sondern
bestand aus Vertretern des Cheongdo-Kwan, des Odo-Kwan, des Militärs
und der Regierung. Bei dieser Gelegenheit kreierte Choi Hong-hi am 11.
April 1955 den Namen „Taekwondo“, ein Name, der, schmissig
ausgesprochen, ganz bewusst an das traditionelle Taekgyeon erinnern
sollte, auch wenn es keine inhaltliche Verwandtschaft dazu gab. Dieser
Name wurde bis in die 1960er Jahre außerhalb von Chois Einflussbereich,
also dem Cheongdo-Kwan und dem Odo-Kwan, nicht verwendet.
Hwang Ki kreierte ebenfalls einen neuen Namen für seinen Stil, nachdem
er 1957 das alte Buch „Muye Dobo Tongji“ (etwa „Illustriertes Handbuch
der Kampfkünste“) von etwa 1790 wieder entdeckt und ins moderne
Koreanisch übersetzt hatte: Subakdo, etwa „Weg der schlagenden Hand“.
Daneben behielt er die Bezeichnung Dangsudo für seine internationalen
Bestrebungen bei, unter der er zunächst lokale Vorführungen und ab den
1960er Jahren internationale Turniere organisierte.
Mit Unterstützung der Rhee-Regierung organisierte Choi 1959 die
Gründung der ersten Koreanischen Taekwondo-Vereinigung und wurde deren
erster Präsident. Hwang Ki und andere plädierten dabei für den Namen
Dangsudo, aber mittels seiner militärischen Autorität konnte Choi sich
durchsetzen. Seine Machtbasis brach aber im Zuge der
Studentenrevolution am 19. April 1960 unter ihm zusammen, ebenso die
frisch gegründete, aber offiziell noch nicht registrierte
Taekwondo-Vereinigung. Hwang Ki nutzte die Gunst der Stunde, und
mithilfe eines guten politischen Kontaktes im Ministerium gelang ihm
kurz darauf handstreichartig die Registrierung seines eigenen
Verbandes, den er in Koreanische Subakdo-Vereinigung umbenannte. Damit
war der Weg für Taekwondo zunächst verbaut, denn eine zweite
Vereinigung für den gleichen Sport registrieren zu lassen war nicht
möglich.
Die 1960er Jahre [Bearbeiten]
Am 16. Mai 1961 putschte General Park Chung-hee, und kurz danach wurde
per Dekret Nr. 6 die Neuordnung der
Dangsudo/Gongsudo/Subakdo-Registrierung verordnet. Dies hätte die große
Stunde des Generals Choi Hong-hi werden können, doch es gab Differenzen
zwischen den beiden Militärführern, und Choi wurde als Botschafter nach
Malaysia abgeschoben. Die koreanische Taekwondo-Entwicklung fand für
die nächsten vier Jahre ohne Choi statt. Er entwickelte im Exil sein
Hyeong-System (siehe unten, „Formenlauf“) und setzte seine Bemühungen
eigenmächtig fort, Taekwondo international, etwa bei den US-Truppen in
Vietnam, bekannt zu machen.
Im September 1961 kam es zur Gründung der Koreanischen
Taesudo-Vereinigung (Korean Taesoodo Association, kurz KTA), wobei man
sich auf den neuen Namen „Taesudo“ (etwa „Tritt-Hand-Weg“) als
Kompromiss zwischen Dangsudo, Subakdo und Taekwondo einigte. Man
entwickelte einheitliche Prüfungs- und Wettkampfregeln und schickte
Show-Teams ins Ausland.
Korean Taekwondo Association [Bearbeiten]
1965 kehrte Choi Hong-hi nach Korea zurück, und er wurde gleich zum
neuen KTA-Präsidenten gewählt. Sofort änderte er den Namen der Kunst in
Taekwondo – angeblich wurde die Namensänderung mit einer Stimme
Mehrheit beschlossen – und forcierte die Bestrebungen nach
Internationalisierung. So kam Taekwondo nach Deutschland und führte
1967 zur Gründung des Deutschen Taekwondo-Verbandes mit Ausrichtung der
1. Deutschen Taekwondo-Meisterschaft. Hwang Kis Moo Duk Kwan spaltete
sich über die Streitfrage, ob man Chois KTA folgen solle oder nicht,
und viele seiner Schüler schlossen sich der KTA an. Hwang Ki selbst
blieb von der KTA unabhängig und gründete später im Ausland,
insbesondere in den USA, verschiedene Dangsudo-Verbände.
Gründung der ITF [Bearbeiten]
Der permanente Streit zwischen KTA-Präsident Choi und den anderen
Kwan-Leitern führte dazu, dass man Choi bereits ein Jahr später
nötigte, vom Posten zurückzutreten und ihm im Gegenzug die Gründung
eines eigenen Verbandes, der International Taekwon-Do Federation, kurz
ITF, zusicherte. Sie wurde am 22. März 1966 in Seoul mit den
Gründungsländern Arabien, Deutschland (West), Italien, Korea, Malaysia,
Singapur, Türkei, USA und Vietnam vollzogen. Erster und bis zu seinem
Tod einziger Präsident war selbstverständlich Choi Hong-hi.
In den folgenden Jahren wuchs der Konflikt zwischen der KTA und der
ITF, sodass man in der KTA eigene Formen entwickelte, die Pumsae (erst
acht Palgwe, dann acht Taegeuk) und die neun Yudanja (koreanische
Aussprache des japanischen „Yudansha“, siehe unten, „Formenlauf“).
Die 1970er Jahre [Bearbeiten]
1971 wurde Dr. Kim Un-Yong zum 6. KTA-Präsidenten gewählt. Im selben
Jahr stellte sich der südkoreanische Präsident Park Chung-hee zur
Wiederwahl, und weil er eine Krise kommen sah, rief er Ende des Jahres
den nationalen Notstand aus. Noch vorher entdeckte er Taekwondo als
nationales Erziehungsmittel und fertigte am 20. März 1971
höchstpersönlich eine Kalligraphie an, mit der er Taekwondo zum
koreanischen Nationalsport (Gukki Taekwondo, etwa „nationaler Schatz
Taekwondo“) erklärte. Im selben Jahr erfolgte die Grundsteinlegung des
Gukkiwon (etwa „Ausübungsstätte des nationalen Schatzes“), des
„Welt-Taekwondo-Hauptquartiers“ (so der offizielle Titel), das 1972
fertiggestellt wurde. Präsident war ebenfalls Kim Un-yong.
Trennung der Verbände in WTF und ITF [Bearbeiten]
Im selben Jahr verließ Choi Hong-hi vermutlich wegen
Verbandsstreitigkeiten Südkorea. Er verlegte den Sitz der ITF nach
Toronto in Kanada und begann die Reform seines Taekwon-Do. Als Folge
davon wurde am 28. Mai 1973 im Zuge der im Kukkiwon stattfindenden
ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft die World Taekwondo Federation, kurz
WTF, mit Sitz in Seoul gegründet. Auch hier wurde Kim Un-Yong
Präsident. KTA, WTF und Kukkiwon arbeiteten nun mit Unterstützung der
Park-Regierung Hand in Hand daran, die verschiedenen Taekwondo-Schulen
(Kwan) Südkoreas aufzulösen, um ein einheitliches Taekwondo-System
durchzusetzen. Hwang Ki gewann zwar diverse Prozesse dagegen, doch der
Druck auf ihn und seine Schule wurde immer größer, bis er schließlich
nachgab und 1974 in die USA zog. 1976 wurden die noch bestehenden Kwan
durch Nummern ersetzt und zwei Jahre später ganz aufgelöst.
Auf dem Weg zur Olympischen Disziplin [Bearbeiten]
Olympisches Taekwondo-Piktogramm
Die späteren 1970er und 1980er Jahre waren geprägt durch den Konflikt
beider Taekwondo-Weltverbände, respektive ihrer Präsidenten Choi
Hong-hi und Kim Un-Yong. Kim konnte dabei auf die massive Unterstützung
seiner Regierung bauen, und so gelang ihm schließlich 1980 die
Anerkennung der WTF als Weltfachverband Taekwondo vom IOC. Bei den
Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona war das
WTF-Taekwondo als Demonstrationswettbewerb zugelassen, seit den
Olympischen Spielen 2000 in Sydney ist es eine vollwertige olympische
Disziplin.
Ende der Ära von Choi und Kim [Bearbeiten]
Choi ging einen anderen Weg und besuchte mit einem Team 1981 Nordkorea,
wo seitdem ITF-Taekwondo betrieben wird. Das wurde ihm in Südkorea
sogleich als Landesverrat angelastet. Bis heute wird sein Name dort
weitgehend verschwiegen, und seine Leistungen als „Vater des Taekwondo“
werden nicht anerkannt. Er starb 2002 in Nordkorea, Hwang Ki ebenfalls
2002 in Südkorea, und Kim Un-yong wurde im Juni 2004 wegen Korruption
und Veruntreuung zu einer zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe
verurteilt, aus der er Ende Juni 2005 im Zuge einer Generalamnestie
entlassen wurde.
Verbände und Organisationen [Bearbeiten]
Allgemein [Bearbeiten]
Taekwondo ist sowohl national als auch international in sehr viele
Verbände zersplittert; es lassen sich allerdings zwei dominante
Organisationen identifizieren: die beiden Weltverbände ITF
(International Taekwon-Do Federation, gegründet im Jahr 1966) und WTF
(World Taekwondo Federation, gegründet 1973). In Deutschland ist die
DTU – Deutsche Taekwondo Union e.V. – dem Weltverband WTF angegliedert.
Die DTU ist dem Deutschen Sportbund und dem Nationalen Olympischen
Komitee angegliedert und somit offizieller Taekwondo-Verband in
Deutschland.
Darüber hinaus gibt es viele unabhängige Schulen, die sich mehr oder
weniger an die Verbandsstile anlehnen oder sich am „traditionellen“
Taekwondo-Stil orientieren, wie er ursprünglich von General Choi
Hong-hi in den 1950er und 1960er Jahren entwickelt wurde. Ein Beispiel
hierfür ist das „Traditionelle Taekwondo“ nach Kwon Jae-hwa, welches
sich deutlich von dem „modernen“ Taekwondo der DTU, ITF und WTF
unterscheidet, vor allem durch den Verzicht auf Schutzausrüstung beim
Wettkampf. Es wird kontaktloser Kampf praktiziert, Schläge und Tritte
werden kurz vor dem Gegner abgestoppt.
Die zwei größten Verbände: ITF und WTF [Bearbeiten]
Die ITF hat ihren Sitz in Wien, nachdem ihr Gründer General Choi
Hong-hi nach Kanada emigrierte und den Sitz der ITF zunächst nach
Toronto und dann 1985 nach Wien verlegt hatte.
Die ITF (International Taekwondo Federation) wurde am 22. März 1966 in
Seoul gegründet. Gründungsmitglieder waren die Landesverbände Arabien,
Deutschland, Italien, Korea, Malaysia, Singapur, Türkei, USA und
Vietnam. Choi Hong-hi wurde der erste Präsident der ITF und hatte
dieses Amt bis zu seinem Tode 2002 inne. In den nachfolgenden Jahren
kamen zahlreiche neue Landesverbände hinzu. Zur Zeit gehören der ITF
über 100 Landesverbände an, und die Zahl der Schüler geht in die
Millionen. Zwei Jahre, nachdem die ITF ihren Hauptsitz nach Toronto
verlegt hatte (1972), wurde die erste ITF-TKD-WM durchgeführt.
Die WTF hat ihren Sitz in Seoul (Südkorea), der Gründer ist Kim
Un-Yong. Sie wurde 1973 als Reaktion auf die Emigration von General
Choi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale
gegründet. Begründung dafür war, dass Taekwondo als koreanischer
Nationalsport seinen Zentralsitz unbedingt in Korea haben sollte. Unter
dem Dach der WTF findet das Olympische Taekwondo statt, daher ist eine
Teilnahme an den Olympischen Spielen nur als Angehöriger der WTF
möglich.
Stilunterschiede [Bearbeiten]
Aus verbandspolitischen Gründen haben sich im Taekwondo verschiedene
Stile entwickelt, auch deshalb, weil sich gerade die großen
Weltverbände gezielt weiterentwickeln: vor allem die WTF versucht, den
Sport publikumswirksamer und damit die Wettkämpfe attraktiver zu
gestalten. Demgegenüber setzen die traditionellen Schulen auf das
Althergebrachte, das sie bewahren wollen. Die Stile unterscheiden sich
daher vor allem in den Formenläufen, in der Namensgebung der Techniken
sowie in der Art des Wettkampfes. Die Techniken selbst sind im Grunde
identisch. Hinzu kommt, dass diverse Großmeister den jeweiligen Stil
ebenfalls leicht beeinflussen, was dazu führt, dass alle
untergeordneten Schulen diesen Stil übernehmen. Dies betrifft vor allem
bestimmte Techniken und hier insbesondere den jeweiligen
Bewegungsablauf. Einige Großmeister verlangen weiche, fließende
Bewegungen, andere kantig-dynamische. Auch die
Ausführungsgeschwindigkeit der jeweiligen Technik unterscheidet sich
oftmals.
Im Wesentlichen lassen sich drei Haupt-Stilrichtungen identifizieren:
das traditionelle ITF-Taekwondo, wie es ursprünglich in den
Anfangsjahren praktiziert wurde; das reformierte ITF-Taekwondo, wie es
von Choi Hong-hi nach 1972 aus dem traditionellen Taekwondo entwickelt
wurde; das WTF-Taekwondo, das sich nach 1973 aus dem traditionellen
Taekwondo hervortat. Die meisten Verbände, Schulen und Vereine
zumindest in Deutschland lassen sich bezüglich ihrer Art, den Sport
auszuüben, einer dieser drei Stilrichtungen zuordnen.
Schreibweisen [Bearbeiten]
Zur Abgrenzung musste sogar die Schreibweise des Begriffes Taekwondo
herhalten. Traditionell heißt es Taekwon-Do, diese Schreibweise hat
auch die ITF behalten. Die WTF schreibt den Namen „Taekwondo“. Manche
Schulen trennen die Silben komplett und schreiben „Tae-Kwon-Do“. Die
offizielle Umschrift des Begriffs 태권도 ist „Taegwondo“ in Südkorea
(Revidierte Romanisierung) und „T'aekwŏndo“
(McCune-Reischauer-Romanisierung) in Nordkorea, diese Schreibweisen
werden praktisch nie verwendet.
Auch Techniken werden manchmal unterschiedlich benannt, obwohl sie in
gleicher Weise ausgeführt werden. Das resultiert vor allem darin, dass
die Übersetzung der koreanischen Schreibweisen in westliche Schriften
nicht ganz eindeutig ist. Daher können solche Bezeichnungen voneinander
abweichen (vergleiche Taekwondo-Begriffe).
Formenlauf [Bearbeiten]
Formen (englisch: Pattern) sind festgelegte Schritt- und Technikfolgen.
Sie gleichen einem Kampf gegen imaginäre Gegner und dienen vor allem
der Automatisierung von Bewegungsfolgen und dem Training von passenden
Atemtechniken.
Der geschichtliche Hintergrund ist angeblich, dass es früher viel zu
gefährlich gewesen wäre, einen Trainingskampf gegen einen echten Gegner
zu führen – bei Verletzung oder Tod hätte dies zu erheblichen
wirtschaftlichen Problemen (Arbeitskraft in der Landwirtschaft) und
entsprechenden Racheakten der Familie des Opfers geführt. Es gibt noch
weitere Theorien über die Entstehung von Formen, die sich in allen
asiatischen Kampfarten und in den unterschiedlichsten kulturellen
Kontexten entwickelt haben.
Bei den festgelegten Bewegungsformen unterscheidet man zwischen
• Poomsae (Taegeuk/Palge und Yudanja),
• Hyeong (die traditionellen Formen, von Choi Hong-hi zusammengestellt) und
• Teul (von Choi Hong-hi später aus den Hyeong weiterentwickelt).
Bezeichnung, Name und Relevanz der Form
Nummer Taegeuk/Poomsae1 / 3 Hyeong/Teul2
(nicht relevant für internationale Prüfungen) Relevant für:
1 Il jang Chon-ji 9. Kup
2 I jang Tan-gun 8. Kup
3 Sam jang To-san 7. Kup
4 Sa jang Won-hyo 6. Kup
5 Oh jang Yul-kok 5. Kup
6 Yuk jang Chun-gun 4. Kup
7 Chil jang Toi-ge 3. Kup
8 Pal jang Hwa-rang 2. Kup
9 Koryo Chung-mu 1. Kup
10 Kumgang Gwang-gae
Po-eun
Ge-baek 1. Dan
11 Taebaek Eui-am
Choong-jang
Ko-Dang – neu: Juche 2. Dan
12 Pyongwon + Sipjin Sam-il
Yoo-sin
Choi-yong 3. Dan
13 Jitae + Chonkwon Yon-gae
Ul-ji
Moon-moo 4. Dan
14 Hansu + Ileyo So-san
Se-jong 5. Dan
¹) Bis zum 1. Dan werden die Formen Taegeuk's genannt. Ab dem 1. Dan heißen sie Poomsaen.
²) Es gibt traditionell 20 Hyeongs. Dann wurden die 20 Hyeongs um
weitere 4 Hyeongs ergänzt, um symbolisch für die 24 Stunden am Tag auch
24 Hyeongs zu haben. Die Hyeong Tong-il war die 20. Hyeong und wurde
dann zur 24. Hyong, da sie für die Wiedervereinigung Koreas steht. Als
Gen. Choi anfing die Hyeongs zu verändern und sogar eine weitere Form
entwickelte, um diese gegen eine andere auszutauschen, benannte er die
Hyeongs in Teul um.
³) Stand: 2008
Welche Formen zu welchen Prüfungen abgefragt werden variiert von Verband zu Verband.
Wettkampf [Bearbeiten]
Das Taekwondo hat sich von einem koreanischen Volkssport mit der
Verbreitung in der Welt, der Austragung von internationalen Wettkämpfen
und der Aufnahme in das Programm der Olympischen Spiele zu einem
modernen Wettkampfsport entwickelt. Nach Angaben der WTF trainieren
weltweit über 40 Millionen Athleten den dynamischen
Vollkontakt-Wettkampfsport, seit der offiziellen olympischen
Anerkennung in Sydney 2000 mit steigender Tendenz.
Regelmäßig finden auch Militär-Weltmeisterschaften (CISM) im
Vollkontakt-Wettkampf (WTF) statt. Die letzte CISM-WM fand im Oktober
2004 in Warendorf statt, bei der die deutsche Mannschaft mehrere
Medaillen gewinnen konnte.
Der Wettkampf (Freikampf) findet auf einem abgegrenzten Feld statt und
wird von mehreren Punktrichtern bewertet, von einem Kampfrichter
geleitet. Der Wettkampf geht über wenige Minuten (olympisch drei Runden
über jeweils zwei Minuten mit jeweils einer Minute Pause), in denen die
Teilnehmer versuchen müssen, mit Taekwondo-Techniken den Gegner zu
treffen (Vollkontakt). Je nach getroffener Körperstelle und
Trefferwirkung werden Punkte vergeben, bei unsportlichem Verhalten
können auch Strafen (Punktabzüge) vergeben werden. Die genauen
Kampfordnungen unterscheiden sich von Verband zu Verband, können aber
in der Regel auf den Webseiten der Verbände eingesehen werden (siehe
Weblinks, unten). Die olympischen Wettkämpfe finden in vier statt der
sonst üblichen acht Gewichtsklassen für Männer und Frauen nach den
international gültigen Wettkampfregeln der WTF statt. Im Vollkontakt
tragen die Wettkämpfer exakt vorgeschriebene Schutzausrüstung
(Kopfschutz, Schienbein- und Ellbogenschoner, Tiefschutz, Zahnschutz,
Brustpanzer).
Als Konsequenz der starken Wettkampforientierung in der olympischen
Disziplin werden schwerpunktmäßig Techniken und Kombinationen geübt,
die im Wettkampf gemäß der Wettkampfordnung Trefferpunkte bringen. Im
Gegensatz dazu besinnen sich die traditionellen Schulen auf ein
Taekwondo ohne Wettkampfdruck und üben demzufolge das gesamte
Technikspektrum. Dennoch finden auch hier Freikämpfe (meist Leicht-
beziehungsweise Semikontakt) statt. Hier stehen allerdings statt der
Trefferwirkung eher die korrekte und ästhetische Ausführung der
Technik(en) im Vordergrund.
Neben dem Freikampf werden auch Formenturniere ausgetragen, diese Wettkampfdisziplin ist allerdings nicht olympisch.
Übersicht [Bearbeiten]
Stil/Verband Formenbezeichnung Wettkampf
WTF (olympisch) Poomse (Poomsae)
Vollkontakt mit (weichem) Helm, Schutzweste, Zahnschutz, Tiefschutz,
Handschützer, Unterarm- und Schienbeinschoner sowie je nach
Altersklasse auch mit Spannschutz. Im Vordergrund stehen Fußtechniken
zum Körper und Kopf. Handtechniken zum Kopf sind aufgrund erhöhter
Verletzungsgefahr nicht erlaubt, lediglich Fausttechniken zum Rumpf.
Tiefe Fußtechniken (auf die Beine) sind verboten.
ITF Teul Leichtkontakt mit Hand- und Fußschutz. Fußtechniken in
allen Varianten und Kombinationen werden kombiniert mit realen
Faustkampftechniken, auch Fauststoßtechniken zum Kopf.
„traditionell“ Hyeong Ohne Kontakt beziehungsweise nur
Leichtkontakt, kein Schutz. Bis auf wenige potentiell sehr gefährliche
Ausnahmen (zum Beispiel Handkante gegen den Hals) sind alle regulären
Taekwondo-Techniken erlaubt. Man darf allerdings den Gegner dabei nicht
oder nur leicht berühren.
Taekwondo in Deutschland [Bearbeiten]
Kurze Historie [Bearbeiten]
Taekwondo wurde ab 1965 durch die Großmeister Choi Hong-hi und Kwon,
Jae-hwa auch im deutschsprachigen Raum verbreitet (diese Arbeit wurde
später von vielen anderen koreanischen Großmeistern unterstützt und
fortgesetzt, die zum Teil heute noch in Deutschland ansässig sind).
Hervorzuheben sind der langjährige DTU-Bundestrainer Park Soo-Nam aus
Stuttgart, unter dessen Regie Deutschland ununterbrochen in Folge
(1976, 1978, 1980, 1982, 1984) Europameister wurde und zahlreiche
Medaillen auf Weltebene hervorgebracht hat, sowie sein Vorgänger Shin
Boo-Young der deutscher Nationaltrainer 1972–75 war und heute noch in
Hamburg unterrichtet (Hwarang Sportschule), sich aber aus
Verbandsarbeit oder Wettkampf-Taekwondo zurückgezogen hat. Unter
anderem errang das deutsche Team 2 × Gold, 1979 durch Rainer Müller und
1982 durch Dr. Dirk Jung, sowie 2 × Bronze in Korea bei den ersten
olympischen TKD-Wettkämpfen 1988 in Seoul durch Markus Woznicki
(Europameister 1988) und Michael Arndt (Weltmeister 1987).
Die ersten deutschen Meisterschaften fanden bereits 1967 in München
statt. Die ersten WM-Teilnehmer Deutschlands gewannen in Korea 1973
Silber durch Armando Chavero und Bronze durch Georg Karrenberg (beide
Leichtgewicht). Ebenfalls in Korea errangen 1975 jeweils eine
Silbermedaille Prof. Dr. Wolfgang Dahmen (Federgewicht) und Meinolf
Lüttecken (Schwergewicht), sowie Bronze für Hubert Leuchter
(Bantamgewicht).
Erster Bundestrainer der Sektion Taekwondo im deutschen Judo-Bund (DJB) wurde 1972 Kwon Jae-hwa.
Die Deutsche Taekwondo Union e.V. [Bearbeiten]
Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wurde 1981 gegründet und ging aus
der Sektion Taekwondo des DJB hervor. Die DTU ist Mitglied in der
European Taekwondo Union (ETU) sowie des Weltdachverbandes WTF. Damit
ist die DTU vom NOK und vom DSB (Deutscher Sportbund) als einziger
offizieller Verband anerkannt und berechtigt Sportler zu den
Olympischen Spielen zu entsenden. Heute trainieren über 58.000 Aktive
in der DTU, welche in etwa 850 Vereinen den Sport ausüben. Zur DTU
gehören 16 Landesverbände.
Weitere Taekwondo-Verbände [Bearbeiten]
Die ITF-D mit Sitz in Köln ist der einzige deutsche Nationalverband des
ITF-Weltverbands und ist derem europäischem Verband und dem 1966
gegründetem ITF-Weltverband angeschlossen. Präsident ist seit 2007
Walter Komorowski (7. Dan). Über 17 Jahre (1989–2007) war Paul Weiler
(8. Dan) als Präsident maßgebend am Aufbau des Verbandes und der
Verbandsstrukturen beteiligt, der Ursprung dieses Verbands reicht in
Deutschland bis in Jahr 1966 zurück. Die Strukturen wurden in
zahlreichen europäischen Ländern übernommen. Heute ist Paul Weiler
Vizepräsident des Weltverbandes. Ein weiterer deutscher Verband ist die
Taekwon-Do Federation Germany (TFG) mit Hauptsitz in Stuttgart, unter
der Präsidentschaft von Dr. Björn Wolle (4. Dan) und dem
Vizepräsidenten Stefanos Gaidartzakis (8. Dan). Dieser entstand durch
Abspaltung von der ITF-D nach dem Tod Choi Hong His, als der
Nordkoreaner Chang Ung versucht hatte, den ITF-Weltverband bei der
Zeremonie in Pjöngjang zum Tode Choii Hong His widerrechtlich zu
übernehmen. Die NAG mit Sitz in Bochum ist ein weiterer deutscher
Verband der durch Abspaltung von der ITF-D entstand. Er wird von
Tarcisio Martella (6. Dan) geleitet. Abspaltungsgrund war hier die
gewünschte Zusammenarbeit mit dem Sohn von Choi Hong, Hi Choi Chung Wa
und dessen Verband.
Olympischer Taekwondo-Wettkampf [Bearbeiten]
Seit 2003 findet in Deutschland innerhalb der DTU die
Taekwondo-Bundesliga statt, die im Freikampf (olympische Disziplin) den
deutschen Taekwondo-Mannschaftsmeister ermittelt und den Sport
publikumswirksam einem breiteren Zuschauerkreis auf regionaler Ebene
näher bringt. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann
Deutschland erstmalig eine Silbermedaille durch Faissal Ebnoutalib
(Herren -80 kg). Der ehemalige Sportsoldat und dreifache Weltmeister (2
× CISM und WM 1995) Aziz Acharki belegte den 6. Platz (Herren -68 kg),
und Fadime Helvacioglu (Damen -49 kg) schied bei den Frauen in den
Vorkämpfen vorzeitig aus.
2003 fand die WTF-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen statt.
Etwa 1000 Teilnehmer aus über 100 Ländern nahmen daran teil.
Deutschland errang insgesamt drei Medaillen: Silber für Mohamed
Ebnoutalib, Bronze jeweils für Thucuc Pham und CISM (Militär-WM)
Goldmedaillengewinner Erdal Aylanc. Nach der WM 1979 in Sindelfingen
konnte nach 24 Jahren erneut eine Taekwondo-WM in Deutschland
ausgetragen werden.
Europameisterschaften werden seit 1976 (Barcelona) ausgetragen und
finden in der Regel alle zwei Jahre, abwechselnd zu den
WTF-Weltmeisterschaften, statt. Nach 1978 (München) und 1984
(Stuttgart) wurde 2006 in Bonn erneut eine EURO in Deutschland
ausgetragen.
Bekleidung [Bearbeiten]
Der Kampfanzug (Dobok) ist ein Anzug aus leichtem, weißgebleichtem
Leinen, der aus Jacke, Hose und Gürtel (Ty) besteht. Er ist
strapazierfähig, lässt alle Bewegungen zu, und man kann bei bestimmten
Techniken auch mal fest daran zupacken, ohne dass der Anzug reißt. Zur
Grundbekleidung kommen gegebenenfalls noch Schutzausrüstungen für den
Wettkampf hinzu (siehe oben). Jegliche Form von Schmuck (Ringe,
Hals-/Fußkettchen, Armbänder, Uhren und große Ohrringe) muss wegen der
Verletzungsgefahr vor dem Training abgelegt werden.
Die Füße bleiben unbekleidet. Ausnahmen gibt es für Sportler mit
Fußverletzungen oder ähnlichem, bei Bedarf sollte man den Lehrer
fragen. Spezielle Taekwondo-Schuhe gibt es zwar, doch sollten diese nur
zu speziellen Anlässen (Vorführungen oder Training im Freien) getragen
werden.
Im Taekwondo hat der weiße Dobok sowie der weiße Gürtel auch
symbolischen Charakter. Die Farbe Weiß ist rein und kann noch leicht
alle anderen Farben annehmen. Sie ist wie ein noch unbeschriebenes
Blatt, völlig leer. Ein Schüler im weißen Tobok ist vergleichbar mit
einem noch leeren Glas, in das langsam neues Wissen der Meister
eingegossen wird. Der Schüler sollte dieses Wissen und Können
„aufsaugen“, verarbeiten, um es dann erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Unabhängig von dieser Bedeutung entstand der weiße Trainingsanzug wohl
ganz pragmatisch aus der Tatsache, dass Farbstoffe früher sehr teuer
waren.
Der Farbe der Gürtel liegt ebenfalls eine Symbolik zugrunde:
• Der weiße Gürtel wird von Anfängern getragen, die noch unwissend
sind und dem Taekwondo offen und wissbegierig gegenüberstehen.
• Der Weißgelbe Gürtel ist ein Übergang.
• Der gelbe Gürtel steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
• Der Grüngelbe Gürtel ist ein Übergang.
• Der grüne Gürtel symbolisiert die ersten Sprösslinge und Früchte,
Zeichen dafür, dass sich die Trainingsanstrengungen gelohnt haben und
etwas im Schüler heranreift.
• Der Grünblaue Gürtel ist ein Übergang.
• Der blaue Gürtel steht für den Himmel und somit sinnbildlich für
eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist,
Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
• Der Rotblaue Gürtel ist ein Übergang.
• Der rote Gürtel repräsentiert die Sonne, von der schon eine große
Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun
kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch
intensiver und ausdauernder mit dem Taekwondo zu beschäftigen. Einige
Schulen verwenden den braunen Gürtel an Stelle des roten Gürtels. Braun
symbolisiert die Borke des Baumstammes, was bedeutet, dass die
Techniken sich bereits gefestigt haben und der Schüler kurz davor
steht, Meister zu werden.
• Der Rotschwarze Gürtel ist ein Übergang.
• Schwarz und auch der „Schwarze Gürtel“ ist die Farbe der Meister
und nur diesen vorbehalten. Schwarz, Symbol für das Weltall, vereinigt
alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben.
Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der
Meister symbolisieren. Daher dürfen auch nur Dan-Träger Toboks mit
einem schwarzen Revers tragen, so wie generell alle Verzierungen am
Trainingsanzug in Schwarz nur den Meistern zustehen.
Jacke und Hose [Bearbeiten]
Die Jacke soll das Gesäß bedecken, ihre Ärmel reichen mindestens über
den halben Unterarm, höchstens bis zu den Handgelenken. Schwarzer Rand
und schwarzes Revers sind nur für Danträger zulässig. Während der Dobok
im traditionellen Taekwon-Do ähnlich wie im Judo und Karate um den
Körper „gewickelt“ wird, ist sie in den wettkampforientierten Varianten
auf der Vorderseite geschlossen.
Die Hose ist so gearbeitet, dass ein seitlicher Spagat möglich ist. Sie reicht mindestens bis zur halben Wade.
An Jacke und/oder Hose können auch Verbandsabzeichen und Aufdrucke
angebracht werden; das regeln die Bekleidungsordnungen der jeweiligen
Verbände und Schulen.
Für die erste Schnupperstunde ist auch ein (strapazierfähiger)
Trainingsanzug zulässig. Bei Eintritt in einen Verband muss der Schüler
allerdings einen Dobok erwerben. Das Tragen des Doboks soll die Schüler
zu einer Einheit werden lassen, deshalb sind Abweichungen von der
Kleidungsordnung unerwünscht.
Gürtel und Graduierungssystem [Bearbeiten]
Erwähnt werden soll hier als Erstes, dass die Erkennung des Ranges
nicht der Hauptgrund ist, dass beim Taekwondo Gürtel getragen werden.
Viel wichtiger ist, dass 3 Fingerbreiten unter dem Bauchnabel das oft
in der asiatischen Philosophie genannte Zentrum liegt, das für die
Entstehung der Lebenskraft (Chi) verantwortlich ist.
An der richtigen Stelle und mit richtigem Druck gebunden ermöglicht es
der Gürtel, nahezu den gesamten Körper blitzartig anzuspannen, um zum
Beispiel einen Tritt gezielt auszuführen oder um einen Treffer
„einzustecken“. Dieses Phänomen kann man auch bei Gewichthebern
beobachten, die den Kraftgürtel nicht am Bauch tragen, sondern drei
Fingerbreiten unter dem Bauchnabel.
Die Graduierungs- beziehungsweise Gürtelsysteme der Kampfsportarten
sind erst im 19. Jahrhundert entstanden und wurden erstmals vom Jigoro
Kano, dem Begründer des Judo eingeführt. Aber auch schon in
historischen Zeiten zeigten unterschiedliche Kleider- und Gürtelfarben
verschiedene Ränge in der höfischen Hierarchie an (sowohl in Asien als
auch in Europa).
Zu Beginn des modernen Taekwondo gab es nur vier Gürtelfarben: weiß,
blau, rot und schwarz, die Farben der Koreanischen Flagge. Diese wurden
mittlerweile ergänzt durch gelb, grün und braun. Das moderne
Graduierungssystem dient vor allem dazu, den Trainings- und
Wissensstand zu repräsentieren. Die Aufstellung beim Taekwondo-Training
wird aus praktischen Gründen im Block nach Gürtelfarben geordnet
vorgenommen: rechts vorne steht der höchstgraduierte, links hinten der
niedrigste Grad.
Die Gürtelgrade sind unterteilt in Schülerklasse (Kup, Zählung abwärts)
und Meisterklasse (Dan oder Pum (WTF; nur 1.–3.) bei unter 15-jährigen,
Zählung aufwärts).
Bezeichnung Gürtelfarbe
10. Kup weiß (Neueinsteiger)
9. Kup weiß oder weiß-gelb
8. Kup gelb
7. Kup gelb oder gelb-grün
6. Kup grün
5. Kup grün oder grün-blau
4. Kup blau
3. Kup blau oder blau-rot beziehungsweise blau-braun
2. Kup rot oder braun
1. Kup rot beziehungsweise braun oder rot-schwarz / braun-schwarz
1. bis 9. Dan schwarz (bei Kindern 1. bis 4. Poom, rot-schwarz längsgestreift)
10. Dan schwarz (wird vom Kukkiwon ehrenhalber verliehen)
Gürtelprüfungen finden meist nach festgelegten Schemata
(Prüfungsordnung) statt und werden von Meistergraden abgenommen. Sie
beinhalten Theoriewissen, Formenlauf und Demonstration von Techniken
(abgesprochener Kampf, Freikampf, Bruchtests und manchmal auch
Straßenkampf).
Verhaltenskodex und Regeln [Bearbeiten]
Taekwondo hat gewaltiges Potenzial, mit einer kleinen Unaufmerksamkeit
kann man sich und andere verletzen. Der Lehrer ist für den geordneten
Ablauf der Übungsstunde verantwortlich. Er kann aber nicht für lauter
Einzelpersonen sorgen, die sich nicht an die Regeln halten. Deshalb
müssen den Anweisungen des Lehrers unbedingt Folge geleistet werden,
dazu gehört auch, dass man dem Lehrer seine volle Aufmerksamkeit
schenkt.
Regeln [Bearbeiten]
Je nach Stilrichtung, Schule oder Großmeister gibt es unterschiedlich
strikte, strenge oder verbindliche Ansprüche und Anforderungen an das
Benehmen oder das Verhalten der Taekwondoins während einer
Trainingseinheit. Je traditioneller Taekwondo ausgeübt wird, desto
strenger sind diese Regeln gefasst und desto genauer wird auch auf ihre
Einhaltung geachtet. Einige Regeln gelten jedoch grundsätzlich für das
Taekwondo und werden nachfolgend aufgelistet:
• Zum Training erscheint man pünktlich und in sauberer Sportkleidung
(Dobok). Hände und Füße sind gewaschen, Finger- und Fußnägel sind kurz
gehalten, um Verletzungen vorzubeugen.
• Während einer Trainingseinheit darf nicht getrunken oder gegessen
werden. Kaugummi kauen oder eine Rauchpause sind ebenfalls nicht
gestattet. Die gesamte Aufmerksamkeit soll dem Lehrer beziehungsweise
dem Übungspartner gewidmet sein.
• Während einer Trainingseinheit sollte der Trainingsbereich
möglichst nicht verlassen werden. Auf die Toilette sollte man vor
Beginn des Trainings gehen. In dringenden Fällen meldet man sich beim
Lehrer ab, doch sollte bedacht werden, dass jede Unterbrechung den
Unterricht insgesamt stört, den eigenen Körper wieder auskühlen lässt
und somit Verletzungsgefahr birgt. Außerdem können so Dreck, Steinchen
oder Splitter aus dem Gangbereich auf die Trainingsfläche gebracht
werden, was ebenfalls zu Problemen führen kann, da viele barfuß
trainieren.
• Bevor das Training beginnt, stellen sich die Schüler vor dem
Meister in einer fest vorgegebenen Reihenfolge gemäß ihrer Graduierung
auf. Der höchste Grad steht dabei immer vorne rechts.
• Das Training beginnt, wenn der Lehrer den Befehl zur Aufstellung
gibt. Üblicherweise wird der Trainer vom ersten Schüler (vorne rechts)
auf koreanisch gegrüßt, dann verbeugt sich die Gruppe zum Lehrer und
der Lehrer zur Gruppe hin. Einige Schulen legen Wert darauf, dass beim
Begrüßungszeremoniell zusätzlich die Fahne Koreas gegrüßt wird.
• Beim Training darf nicht geschwatzt oder laut gelacht werden. Die
Kommandos des Lehrers müssen jederzeit verstanden werden können und
müssen auch befolgt werden.
• Nur der Lehrer oder hohe Graduierungen dürfen anderen Schülern
Techniken beibringen oder die Schüler korrigieren. Damit wird
sichergestellt, dass die Techniken richtig gelernt werden und sich
keine Unsauberkeiten einschleichen. Dies gilt besonders für den
Formenlauf, da sich sonst schnell falsche Bewegungsabläufe verbreiten
können.
• Angriffe gegeneinander, Bruchtests, Übungen mit Waffen (zum
Beispiel bei der Selbstverteidigung) oder andere schwierige Übungen
dürfen nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Lehrers unter dessen
Beobachtung durchgeführt werden. Ansonsten ist die Verletzungsgefahr zu
groß.
• Befiehlt der Lehrer Übungsabbruch (Kommando Geuman oder Baro oder Gallyeo), müssen alle Übungen sofort beendet werden.
Zeremoniell und Respekt [Bearbeiten]
Respekt und Formwahrung ist gerade in Asien selbstverständlicher Inhalt des täglichen Lebens. So auch beim Taekwondo.
Ein hervorstechendes Merkmal dieses Zeremoniells ist das Verneigen:
Mit der Verneigung wird nicht nur Respekt vor dem Lehrer und dem
Übungspartner ausgedrückt, sie dient vor allem der Sammlung und
Konzentration. Sie sollte bewusst geschehen, denn sie zeigt an, dass
man sich auf die bevorstehende Aufgabe konzentriert. Konzentration ist
ein wesentliches Element im Taekwondo, sie ermöglicht komplexe
Bewegungsabläufe und stellt sicher, dass der Partner nicht
versehentlich verletzt wird.
Mit dem Gruß bestätigt man, dass man die Alltagssorgen abstreift, sich
auf die bevorstehende Übung konzentriert. Es signalisiert dem Partner,
dass man ihn als Person respektiert und darauf achten wird, fair und
ohne Gefahr mit ihm zu üben.
„Der Edle verneigt sich, aber beugt sich nicht.“ (Konfuzius)
Man verneigt sich in der Regel
• beim Betreten und Verlassen des Übungsraums: Damit übertritt man
ganz bewusst auch geistig die Schwelle vom Alltag zum Training und
umgekehrt. Wenn Landesfahnen aufgehängt sind (zum Beispiel bei
Prüfungen die koreanische neben der nationalen) begrüßt man auch die
Fahnen, um dem Ursprungs- und Gastgeberland Respekt zu zeigen.
• zu Beginn und Ende der Übungsstunde: Schüler und Lehrer bekunden
gegenseitigen Respekt und versichern sich ihrer Konzentration auf die
Übungen.
• vor und nach Partnerübungen: Damit signalisieren sich die Partner,
dass sie alle Aufmerksamkeit in die Ausübung der Technik legen, so dass
der Partner nicht gefährdet wird.
• vor und nach einem Bruchtest: Taekwondo ist zur Verteidigung
gedacht und nicht zum Zerstören. Da beim Bruchtest etwas zerstört
werden soll (zum Beispiel ein Holzbrett), fragt der Übende mit der
Verneigung gegenüber dem Lehrer oder Prüfer um Erlaubnis nach,
ausnahmsweise etwas zerstören zu dürfen.
Die Verneigung wird meist mit dem Kommando Cha-ryeot (Achtung!)
vorbereitet. Die Füße sind nebeneinander im Moa Seogi, Fäuste am
gestreckten Arm leicht neben dem Körper, Gegenüber ansehen. In einer
erneuerten Fassung der Geste, die vom WTF abgesegnet wurde, werden die
Händen auf die Hüfte gelegt und hängen nicht mehr seitlich am Körper.
Es steht den Schulen aber frei zu wählen, welche Verbeugungstechnik sie
von ihren Schülern erwarten. Mit dem Kommando Gyeong-nye (grüßen,
verneigen) wird die Geste eingeleitet. Der Oberkörper beugt sich 45°
vor, Arme mit den Fäusten werden leicht angewinkelt. Auch hier greift
die neue Fassung, die Hände bleiben auf der Hüfte, während sich der
Körper beugt. Eine Faust ist in diesem Fall nicht mehr angebracht.
Fremdartiges Zeremoniell oder sportliche Etikette? [Bearbeiten]
Kulturelle Einblicke eines Großmeisters [Bearbeiten]
Großmeister Song Chae-Yong berichtete in einem Interview 1987 über
seine Anfänge als Taekwondo-Lehrer in München und die Unterschiede der
Kulturen (aus Taekwon-Do im Westen, Mönchseulen-Verlag, 1989):
[...]
So habe ich Taekwon-Do an der Volkshochschule gemacht, im Herbst 1972.
Damals habe ich viele Fehler gemacht. Ich wollte original Taekwon-Do
zeigen und habe ein hartes Training gemacht. Die Leute konnten das aber
nicht durchstehen. Ich wollte Taekwon-Do so weitergeben, wie ich es von
meinem Lehrer gelernt hatte, auf die gleiche Art, aber die Leute
konnten das nicht vertragen und sind immer wieder weggegangen.
Daraufhin habe ich das Training milder gemacht.
[...]
Bei uns ist das etwas anderes gewesen. Disziplin ist sehr hart in Korea
und besonders ein Judo- oder Taekwon-Do-Trainer gilt als
Respektsperson. Man sagt Sahbum-Nim zu einem Meister in den
Budo-Sportarten. Wenn also ein Sahbum-Nim das Training leitet, das ist
dann vollkommen akzeptiert, was der macht, niemand kann etwas dagegen
sagen. Ich habe mich das hier nicht getraut. In Korea ist Sahbum-Nim
ein Begriff, aber nicht in Europa, hier denken die Leute: Ach, das ist
ja nur ein Trainer! Damals haben wir in Korea streng mit Meditation das
Training angefangen, aber ich habe befürchtet, dass die Leute hier das
nicht wissen, dass sie es komisch finden, einfach so zu sitzen, mit
geschlossenen Augen. In Korea durfte man im Übungsraum, im Dojang,
nicht sprechen, man durfte nicht einmal die Zähne zeigen. Man achtete
sogar darauf, nicht auf den Schatten des Lehrers zu treten. Ein Lehrer
ist für uns eine absolute Respektsperson. Als ich hier in München an
einem Gymnasium ein Praktikum machte für mein Diplom als Deutschlehrer,
da war ich überrascht von der Atmosphäre des Unterrichts. Das kannte
ich nicht. Das waren Schüler der 9. Klasse und die waren natürlich sehr
frech. Am Schluss der Stunde packten sie einfach ihre Sachen und
rannten weg, ohne zu grüßen. So etwas gibt es in Korea nicht.
[...]
Ein Lehrer ist grundsätzlich eine Respektsperson, also auch ein
Sahbum-Nim. Vielleicht hat man aber auch Angst vor ihm, denn er ist ein
Do-in, also nicht nur ein charakterlich, sondern auch ein körperlich
geschulter Mann. Man fürchtet ihn also auch ein wenig. Für Japaner,
Koreaner, Chinesen ist ein Sahbum-Nim ein Begriff, den die sofort
verstehen. [...] Was er sagt, das haben wir ohne Kritik angenommen. Wir
hätten nie gewagt, „Warum?“ zu sagen.
Zeremoniell im Westen [Bearbeiten]
Gerade asiatische Kampfsportarten gelten meist als Inbegriff des
Zeremoniellen. Viele Europäer oder „normale“ Sportler machen sich
darüber lustig oder finden es unangenehm, sehen vielleicht sogar
religiöse oder sektiererische Hintergründe.
Neben den praktischen Aspekten (beispielsweise Verneigung als Signal,
sich auf den Partner zu konzentrieren und ihm keine Verletzungen
zuzufügen) gibt es aber auch eine andere interessante Sichtweise: So
unbekannt, wie man in Europa immer annimmt, sind Höflichkeitsregeln
nämlich gar nicht, wie Beispiele aus typisch europäischen Sportarten
zeigen:
• Beim Reitsport ist das formale Grüßen des Schiedsgerichts durch
den Reiter streng vorgeschrieben und führt bei Nichtbeachtung zur
Disqualifikation.
• Bei typisch europäischen Schwertsportarten (zum Beispiel Fechten)
wird ebenfalls formal gegrüßt, mit genau festgelegten Abläufen (zum
Beispiel das Führen des Floretts zum Gesichtsschutz).
Der Hang zu mystischen Interpretationen und Bedeutungen mag im
asiatischen Kulturraum sehr ausgeprägt sein, jedoch sind auch
asiatische Beobachter überrascht von der Hingabe (inklusive dem Sammeln
von symbolischen Gegenständen und Zeichen) der europäischen Fußballfans.
Gesundheitliche Risiken und Einschränkungen im realen Selbstverteidigungsfall [Bearbeiten]
• Die hohen Beintechniken des Taekwondo können langfristig bei
falscher oder zu kurzer Aufwärmphase und bei falscher Ausführung zu
Hüft- oder Muskelschäden (Zerrungen, Muskelfaserrisse und Vernarbung
des Muskelgewebes) führen, da schnelle Dehnungen unter Anwendung von
Schnellkraft ausgeführt werden. Grundsätzlich ist Taekwondo jedoch eine
sehr gesunde Sportart, insbesondere für die Hüfte. Eventuelle
körperliche Beschwerden sollten vor Trainingsbeginn unbedingt mit dem
Trainer geklärt werden.
• Abhärten von Haut und Knochen durch entsprechende Maßnahmen
(Schlagtraining und so weiter) können auf Dauer schaden, sind jedoch
beim Taekwondo weniger üblich.
• So genannte Schnapptritte können zu Verschleißerscheinungen der
Gelenke (Knie) und Arthrose führen, wenn sie im Training „voll
durchgezogen“ werden, da sich die gesamte Kraft im Gelenk entlädt. Das
gleiche gilt für gerade Schläge (Ellbogen). Man sollte deshalb darauf
achten, Arm und Bein nicht mit ganzer Kraft ganz durchzustrecken,
sondern beim Training leicht angewinkelt zu lassen.
• Manche Wettkampftechniken, die mit bloßem Fuß getreten werden,
würden in einem Ernstfall mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Bruch des
Fußgelenkes oder der Zehen führen, wenn sie nicht sinngemäß oder sogar
falsch ausgeführt werden. Das gilt natürlich genau so für jede andere
Kampfkunst.
• Ein Teil der Techniken ist im Selbstverteidigungsfall für den
Anwender risikoreich, da diese Techniken nur aus der durch Regeln
geschützten, aber eingeschränkten Wettkampfsituation ihren Nutzen
ziehen. Ein auf sportlich-fairen Wettkampf trainierter
Taekwondo-Sportler hat ein eingeschränktes Spektrum von erwarteten
Angriffsbewegungen, -kombinationen und Verteidigungen eintrainiert
(Engrammbildung automatisierter komplexer Bewegungsmuster). Er ist
gegenüber skrupellosen und kompromisslos davon abweichenden Angriffen
eher hilflos, sofern er nicht ebenso derartige Erwartungs- und
Bewegungsmuster ausbildet, was für ihn im Wettkampf wiederum eher
hinderlich sein kann. Dies trifft jedoch nicht beim traditionellen
Taekwondo zu, da hier der Schwerpunkt nicht auf den Wettkampf, sondern
auf die Verinnerlichung der Kampfkunst gelegt wird.
• Im Ernstfall (Selbstverteidigung) sollte bei der Anwendung einer
Beintechnik der erste Tritt sitzen und den Gegner kampfunfähig machen,
denn Tritte sind, wenn sie nicht korrekt ausgeführt werden, durch den
längeren Weg langsamer als Armtechniken und öffnen, wenn falsch
ausgeführt, die eigene Deckung. Andererseits sind sie, falls gut
trainiert, natürlich weitaus wirkungsvoller und effektiver (mehr
kinetische Energie, längere Kampfdistanz, Überraschungseffekt). Geübte
Taekwondo-Sportler können mit sehr schnellen und auch angetäuschten
Kicks einen Gegner auch kampfunfähig machen, falls der erste Kick nicht
die gewünschte Wirkung erzielte.
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